Die Debatte um das Heizungsgesetz hält Deutschland in Atem. Mit der geplanten Reform entstehen neue Fragen für Hausbesitzer: Bekommen Gas- und Ölheizungen ein Comeback, oder bleibt die Wärmepumpe der Star? Heizungsexperte Albert Kohl aus Bobingen in Schwaben hat die Pläne genau geprüft und teilt sein klares Fazit. Gemeinsam mit Branchensprecher Erich Schulz beleuchten wir, was sich wirklich ändert und wie Sie optimal vorgehen.
Warum die Wärmepumpe trotz Reform die erste Wahl bleibt
Heizungsbauer Albert Kohl ist überzeugt: Auch nach der Reform des Heizungsgesetzes dominiert die Wärmepumpe. Besonders bei Neubauten und umfassenden Sanierungen sei sie unschlagbar effizient und zukunftsweisend.
"In den letzten vier bis fünf Jahren haben wir kaum noch Neubauten mit Gasheizung ausgestattet", berichtet Kohl. Die Technologie hat sich durchgesetzt, da sie langfristig Kosten spart und den Klimaschutz vorantreibt. Viele Hausbesitzer profitieren bereits von niedrigen Betriebskosten und hoher Zuverlässigkeit.
Die Wärmepumpe nutzt Umweltwärme und erzeugt so Heizleistung mit minimalem Stromverbrauch. In gut gedämmten Gebäuden erreicht sie Wirkungsgrade von über 400 Prozent – ein Vorteil, den fossile Systeme nicht bieten können.
Vorteile für Neubau und Sanierung
- Höchste Energieeffizienz und CO2-Einsparung
- Kompatibel mit Photovoltaik für maximale Unabhängigkeit
- Langlebigkeit bis zu 20 Jahre und darüber hinaus
Trotz aller Diskussionen: Die Reform ändert nichts an diesen Stärken. Sie bleibt die smarte Investition für die Zukunft.
Wann eine Wärmepumpe nicht die richtige Lösung ist
Nicht jedes Haus eignet sich für eine Wärmepumpe. In alten Gebäuden mit ungedämmtem Dach, undichten Fenstern und fehlender Sanierungsmöglichkeit kann sie schnell teuer werden. Kohl warnt: "Nach fünf bis sieben Jahren droht der erste Verdichterschaden."
Hier fehlt die notwendige Energieeffizienzklasse, die die Pumpe optimal arbeiten lässt. Hohe Vorlauftemperaturen belasten das System unnötig und erhöhen den Stromhunger. Solche Fälle machen eine Wärmepumpe wirtschaftlich unattraktiv.
Stattdessen raten Experten zu einer schrittweisen Vorgehensweise. Zuerst muss das Haus energetisch aufgerüstet werden, bevor moderne Heizsysteme installiert werden.
Typische Problemhäuser
- Ungedämmte Dächer und Wände
- Alte, undichte Fenster
- Hoher Wärmebedarf ohne Sanierungsbudget
In solchen Szenarien bietet die Reform echte Erleichterung – mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Mehr Flexibilität durch die Reform: Gas- und Ölheizung als Brücke
Die Bundesregierung plant mehr Beinfreiheit für Hausbesitzer. Eine 30 Jahre alte Heizung darf durch einen modernen Gasbrennwertkessel ersetzt werden – als Übergangslösung bis zur vollständigen Sanierung.
Kohl begrüßt das: "Gasheizung oder Ölheizung als Brückentechnologie sind sinnvoll." Das gibt Zeit, das Gebäude vorzubereiten. Ab 2029 steigen jedoch die Anforderungen durch Beimischung grüner Heizstoffe.
Auf EU-Ebene verschärfen sich die Regeln langfristig. Die nationale Abschaffung der 65-Prozent-Regel für erneuerbare Energien ist nur vorübergehend. Dennoch schafft die Reform Klarheit: "Was erlaubt ist, was nicht."
Habecks ursprüngliches Gesetz bleibt in Kernpunkten bestehen. Es geht nicht um ein Freibrief für fossile Brennstoffe, sondern um pragmatische Übergänge.
Die Rolle der Förderung: Notwendig oder überholt?
Offen bleibt die künftige Förderung. Kohl sieht das gelassen: "Wie bei der Photovoltaik muss die Wärmepumpe durch Skaleneffekte günstiger werden." Vor 25 Jahren brauchte PV massive Zuschüsse – heute ist sie marktreif.
Überförderung hemmt Innovationen. "Sonst passiert der technologische Wandel nicht", warnt der Experte. Hausbesitzer sollten jetzt noch aktuelle Förderungen nutzen, da sie sinken könnten.
Branchensprecher Erich Schulz widerspricht: Attraktive Zuschüsse bleiben essenziell für den Umstieg. "Empfehlen Sie förderfähige Systeme nach aktuellem Recht", rät er Kunden.
Förder-Tipps für 2026
- Prüfen Sie KfW- und BEG-Programme
- Beantragen Sie frühzeitig vor Reform-Änderungen
- Kombinieren Sie mit Sanierungsförderung
Expertenwarnung: Verunsicherung durch Gesetzeskakophonie
Schulz kritisiert die jahrelange Unsicherheit: "Die Kakophonie ums Heizungsgesetz verunsichert Bürger massiv." Viele warten ab, statt zu handeln – ein Risiko für den Klimaschutz bis 2045.
Kohl bleibt optimistisch: "Es pendelt sich ein. Kein Grund zur Panik." Wer jetzt saniert, sichert Förderungen und Zukunftssicherheit. In Schwaben boomen bereits hybride Lösungen.
Die Reform balanciert Zwang und Flexibilität. Sie fördert den Übergang zu erneuerbaren Energien, ohne Hausbesitzer zu überfordern.
Fazit: Handeln Sie jetzt – für Ihr Haus und die Umwelt
Die Reform des Heizungsgesetzes bringt Klarheit und Optionen. Die Wärmepumpe bleibt der Goldstandard, ergänzt durch Brückentechnologien. Holen Sie sich Rat von lokalen Heizungsbauern wie Albert Kohl.
Nutzen Sie die Übergangsphase: Sanieren Sie schrittweise, sichern Sie Förderungen und investieren Sie zukunftssicher. So sparen Sie Kosten, schützen das Klima und vermeiden teure Nachrüstungen. Der Wandel ist unaufhaltsam – starten Sie durch!